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Voraussetzungen

für die Segelflugausbildung
 

 
1. Vereinsmitgliedschaft

Ein Fluglehrer darf nicht als "freischaffender Künstler" die Pilotenausbildung anbieten. Zu deinem Schutz darf das Segelfliegen nur in einer zugelassenen Flugschule unterrichtet werden, die von der Luftfahrtbehörde beaufsichtigt wird. Diese Flugschule ist der Landesverband NRW des Deutschen Aero-Club (DAeC). Unser Segelflugverein FSV Rheda ist ein Teil dieser Flugschule.

Die Teilnahme an der Segelflug-AG erfordert, dass du dem FSV Rheda beitrittst (240 € / Kalenderhalbjahr), damit du im Fliegen ausgebildet werden kannst. Dadurch bist du auch gegen viele Risiken versichert.


2. Tauglichkeit

Jede fliegerische Betätigung setzt voraus, dass du körperlich und geistig dafür tauglich bist. Du musst kein Spitzensportler sein, aber du solltest einigermaßen fit sein und darfst bestimmte Krankheiten nicht haben.

Die Tauglichkeit wird von sogenannten Fliegerärzten festgestellt und in einem Tauglichkeitszeugnis bescheinigt. Fliegerärzte sind Sportmediziner mit einer Zusatzausbildung. Es gibt in der Umgebung eine ganze Reihe von Fliegerärzten. Der Aufwand ist nicht groß.

Kein Problem für die Tauglichkeit sind Brillen oder Kontaktlinsen bis zu mehreren Dioptrien, ein Hörgerät, Hauterkrankungen und kleinere Wehwehchen, die nicht deine Kontrolle über Körper und Geist beeinflussen.

Im Einzelfall muss der Fliegerarzt bei Diabetes, Herzleiden und anderen Krankheiten entscheiden.

Untauglich ist man bei psychologischen und Nervenkrankheiten, allen Krankheiten, die einem plötzlich die Kontrolle über sich selbst nehmen können, wie zum Beispiel Epilepsie. Untauglich ist man auch mit kürzlich zurückliegenden Selbstmordversuchen, Selbstverstümmelung (Ritzen etc.), Alkoholismus, Drogensucht, Magersucht und ähnlichen Dingen, die belegen, dass man sich und sein Leben nicht im Griff hat. Untauglich sind auch Volljährige, die vom Gericht unter Betreuung gestellt wurden.

Im Zweifel ist es ratsam, vor Beginn der Ausbildung einen Fliegerarzt aufzusuchen und seine Fragen ehrlich zu beantworten.

Die Tauglichkeitsuntersuchung ist ein normaler Arzttermin (rechne etwa 2 Stunden Zeitaufwand) und kostet etwa 100 Euro, die die Krankenkasse nicht bezahlt. Sie ist bei jungen Leuten nur alle 5 Jahre nötig.

Damit du in ein Segelflugzeug passt und es sicher bedienen kannst, solltest du nicht kleiner als 1,50m und nicht größer als 2m sein. Damit der Schwerpunkt im zulässigen Bereich bleibt, darfst du nicht schwerer als 100 kg sein, während wir bei leichten Piloten das fehlende Gewicht durch Blei-Ballast ersetzen. Wenn deine Beine noch nicht lang genug sind, um die Seitenruderpedale sicher zu bedienen, warten wir solange. ;)

Das Tauglichkeitszeugnis muss erst vor dem ersten Alleinflug vorliegen.
ABER: "Ergeben sich Zweifel an der Tauglichkeit oder Zuverlässigkeit des Bewerbers um eine Erlaubnis, darf die Ausbildung nicht aufgenommen oder fortgesetzt werden." (LuftPersV §20). In solchen Fällen ist es besser, die Segelflug-AG nicht zu wählen.


3. Mindestalter

Durch die Umsetzung europäischen Rechts gibt es kein Mindestalter mehr für den Beginn der praktischen Flugausbildung.

Du kannst frühestens allein fliegen, wenn du 14 Jahre alt bist und das Tauglichkeitszeugis vorliegt. Bist du noch unter 14, geht die Ausbildung trotzdem immer weiter, nur eben ohne Alleinflüge. Die werden dann nach deinem 14. Geburtstag nachgeholt.

Die Segelfluglizenz wird frühestens zum 16. Geburtstag erteilt und gilt lebenslang. Sie darf nur mit einem gültigen Tauglichkeitzeugnis (siehe Punkt 2) genutzt werden und kann entzogen werden, wenn Zweifel an der charakterlichen Eignung (siehe unter Punkt 5) entstehen.


4. Einverständnis der Sorgeberechtigten

Bei Minderjährigen wird die Einverständniserklärung beider Eltern benötigt (wenn beide Eltern das Sorgerecht haben).


5. Charakterliche Eignung

Hast du schon mal so richtig Mist gebaut? Keine Panik, das ist bestimmt vielen Leuten schon passiert. Die reden nur nicht darüber. Man hat etwas daraus gelernt, und es kommt nicht mehr vor.

Bei Beginn der Segelflugausbildung wirft die Luftfahrtbehörde aber einen Blick auf

    deine "Erklärung über schwebende Strafverfahren"
    dein polizeiliches Führungszeugnis und
    deinen Auszug aus dem Verkehrszentralregister in Flensburg, falls du einen hast

und wenn es dort Eintragungen gibt, stellt sie sich die Frage: "Ist dieser junge Mensch eine Gefahr für sich und andere?".  In der Fliegerei brauchen wir vernünftige, verantwortungsvoll handelnde Leute. Keine Heiligen, aber auch keine Gewohnheitskriminellen, Schläger, Säufer, Drogenabhängige und Extremisten aller Art. Solche Personen sind bei uns falsch; wir bilden sie nicht aus und geben ihnen kein Flugzeug, das ist doch klar. Wir dürfen es gar nicht.

Es kommt selten vor, dass die Flugausbildung behördlich verweigert wird.
ABER (an dieser Stelle nochmal): "Ergeben sich Zweifel an der Tauglichkeit oder Zuverlässigkeit des Bewerbers um eine Erlaubnis, darf die Ausbildung nicht aufgenommen oder fortgesetzt werden."  (LuftPersV §20). In solchen Fällen solltest du lieber eine andere AG wählen.

Du hast noch nie Mist gebaut? Umso besser ;)